Verbandsgemeinde Jockgrim
Hatzenbühl - Jockgrim - Neupotz - Rheinzabern

Die Mitwirkenden des Musiktheaters Rülzheim in Aktion

Die Friseurmeisterin Manuela Kiekebusch-Bouchè stellte den Handwerksberuf als „Friseurin“ vor, bis hin zum „Friseur als aufwändiges Unternehmen und Management“. Dazu erklärte sie die vielfältig zu berücksichtigenden Aspekte welche gefordert sind, um das gesteckte Ziel dann auch zu erreichen. Damit die anwesenden Frauen sich auch ein Bild über eine Typveränderung durch einen neuen Haarschnitt machen konnten, stellten sich vier Frauen mit ihrer gewohnten Frisur auf der Bühne vor. Dann begaben sie sich für die Typveränderung in den nahegelegenen Salon von Manuela Kiekebusch-Bouché, um sich vorteilhaft stylen zu lassen.

Die Maßschneiderin Lisa-Maria Schröter aus Landau erklärte in ihrer Berufsvorstellung den handwerklichen Weg vom ersten Maßnehmen am Kunden bis zum endgültig gefertigten Kleidungsstück. Ihren Titel als Maßschneiderin erlangte sie nach dreijähriger Berufsfachschule und danach erfüllte sie sich ihren Kindheitstraum mit einem eigenen Atelier. Eigens für diesen Abend hatte sie einundzwanzig modische Damenmodelle geschneidert. Zu sehen waren Jacken und Mäntel, Abendmode und Casual Basic aus den neuesten Stoffen der Saison und als besonderer Höhepunkt beendete ein maßgeschneidertes Brautkleid die Modeschau.  
Die Maßbekleidung, der passende Schmuck sowie die dazugehörenden Accessoires wurden vorgeführt von den Modellen „Petra“, „Rosi“, „Annette“, „Susanne“ und „Sabine“. Es waren Frauen aus unseren eigenen Reihen, welche die Mode schon fast professionell dem begeisterten Publikum präsentierten. Die vorgestellte Modenschau wurde von den anwesenden Frauen fachmännisch begutachtet und mit viel Beifall bedacht.

 

Maßschneiderin Lisa-Maria Schröter umrahmt von ihren Modells in vornehmer Abendrobe und dem ganz besonderen Hochzeitskleid

Nach der Modenschau konnten die neuen Haarmodelle der mittlerweile insgesamt neun Frauen bewundert werden. Manuela Kiekebusch-Bouchè und ihr Team von Meyer & Marks aus Jockgrim stellten die typveränderten Frauen vor. Anhand von Bildern konnten die Zuschauerinnen in einer Vorher- Nachher-Show nochmals die alte und die jetzige neue Frisur vergleichen. Die Fachfrau Kiekebusch-Bouchè erklärte, zusammen mit ihrer Mitarbeiterin, professionell an jedem Modell die veränderte Frisur. Bei jeder Veränderung wurde insbesondere der Typ, die Lebensart und natürlich der Wunsch der jeweiligen Dame berücksichtigt. Am Ende konnten sich die Gäste zusätzlich bei den neun Modellen zu deren unterschiedlichen, typgerechten Frisuren persönlich informieren.
Auch dieser Programmpunkt wurde von den Frauen mit viel Beifall belohnt.

 

Friseurmeisterin Manuela Kiekebusch-Bouché (links) präsentiert ihre vorteilhaft umgestylten Haarmodelle

Aber nicht nur auf der Bühne konnte man sich modisch auf den neuesten Stand bringen. Auch an zwei aufgebauten Schmuckständen von „Funkelnde Kostbarkeiten“ und „petra`s Top shop“ sowie an den Informationsständen der beiden vorgestellten Berufe, konnten sich die Frauen ungezwungen umsehen und beraten lassen. Davon wurde reger Gebrauch gemacht.

Zwischen den einzelnen High-lights wurde ein leckeres Büfett, wiederum zubereitet von Sabine Zaucker, gereicht und vollendete die Feier zum Internationalen Frauentag perfekt.

Damit so ein besonderer Tag für die Frauen überhaupt organisiert werden kann bedarf es Menschen und Institutionen, die sich für diesen Tag engagieren und einsetzen. Unterstützung für den Frauenabend erfuhr die Gleichstellungsbeauftragte von Bürgermeister Uwe Schwind, den Herren Ortsbürgermeister Jörg Scherer aus Jockgrim, Karlheinz Henigin aus Hatzenbühl, Emil Heid aus Neupotz und Gerhard Beil aus Rheinzabern sowie den beiden ortsansässigen Banken der Sparkasse Germersheim-Kandel und der VR Bank Südpfalz eG. Nicht unerwähnt bleiben dürfen auch die freiwilligen Helferinnen und Helfer, welche im Hintergrund für das gute Gelingen des Abends beigetragen haben. Ein besonderer Dank geht zusätzlich an die Fa. Giglberger J. Schloß für die spontane Blumenspende an die Helferinnen des Abends.

Feier zum Internationalen Frauentag stand unter dem Motto Typisch Frau?

Auch in diesem Jahr sind wieder 160 Frauen nach Jockgrim ins Ziegeleimuseum gekommen, um sich von dem abwechslungsreichen Programm zum Thema „Frau“ begeistern zu lassen.
Jutta Bauer, Gleichstellungsbeauftragte der Verbandsgemeinde Jockgrim, durfte unter den Gästen MdL Barbara Schleicher-Rothmund, die Partnerin des Bürgermeisters sowie die Ehefrauen der jeweiligen Ortsbürgermeister begrüßen.
2011 feiert der „Internationalen Frauentag“ seinen 100. Geburtstag.
Dies war ein Grund mehr, die anwesenden Frauen mit einem abwechslungsreichen, interessanten Abendprogramm zu verwöhnen.

Den 100. Jahrestag nahm Jutta Bauer auch zum Anlass, einen kurzen geschichtlichen Rückblick über die Entstehung der Frauenrechte zu geben: So wurde noch 1882 festgelegt, dass eine Frau wegen ihrer geringeren Körperkraft auch nur einen dementsprechenden Lohn erhalten soll. Das BGB bestellte 1900 den Ehemann als Vormund seiner Ehefrau. Das Wahlrecht blieb den Frauen verwehrt. Studieren und Geldverdienen durften sie nur mit der Zustimmung des Ehemannes. 1911 forderten die Frauen erstmals ihr Wahlrecht ein. Bereits dort hießen die Forderungen: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und gleiche Bildungs- und Ausbildungschancen für Frauen. 1918 durften Frauen erstmals wählen. 1934 verbot Hitler die Frauenbewegung und aus dem „Frauentag“ wurde der „Muttertag“. 1949 wurde im Grundgesetz festgeschrieben, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind. Noch 1958 war die Frau zwar berechtigt erwerbstätig zu sein, aber nur soweit es mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar war. 1967 durfte der Ehemann noch die Ehescheidung wegen nachlässiger Haushaltsführung einreichen und erst 1977 durften die Frauen auch ohne Zustimmung des Ehemannes arbeiten. 1980 wurde die Gleichbehandlung am Arbeitsplatz von Männer und Frauen im BGB verankert. 2001 gab es die Elternteilzeit auch für Männer. 2006 trat das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz in Kraft und seit 2010 sind rund ein Fünftel der Frauen in Deutschland keine „Hinzuverdienerinnen“ mehr.
Jutta Bauer verwies auch auf den „Equal Pay Day“ am 25. März 2011. Dies ist der Tag, an dem die Frauen den Vorjahresverdienst eines Mannes erreicht haben.

Nach dem Rückblick in die Geschichte der errungenen Frauenrechte, begann mit dem Musiktheater Rülzheim, unter Leitung des Dirigenten Heinz Kern, die Abendveranstaltung. Mit den dargebotenen, gekonnten Liedvorträgen aus den Musicals „Elisabeth“, „König der Löwen“, „Mamma Mia“, „Arielle“, „Pocahontas“ und „New York, New York“ begeisterten die Mitwirkenden des Musiktheaters die Zuhörer und gaben dann noch eine eingeforderte Zugabe.