Verbandsgemeinde Jockgrim
Hatzenbühl - Jockgrim - Neupotz - Rheinzabern

Bericht Internationaler Frauentag 2012

Bericht von Marie Frech über den Internationalen Frauentag am 9.März 2012 in Jockgrim 

 

Frauen (fast) unter sich

Jockgrim: Vierter internationaler Frauentag zieht 160 Besucherinnen an


Gut 160 Frauen und auch der ein oder andere Mann haben am vergangenen Freitag den internationalen Frauentag in Jockgrim gefeiert. Jutta Bauer, die Gleichstellungsbeauftragte der Verbandsgemeinde, hatte dazu in das Ziegeleimuseum geladen. Bereits zum dritten Mal fand die Veranstaltung statt.


Mittlerweile ist die Feier, die immer ein Buffet mit Vorträgen und Unterhaltung verbindet, derart populär, dass viele Gäste zeitig vorbestellen. Manche sind deshalb schon zum dritten Mal dabei. Rita Hammer aus Neupotz und ihre Freundinnen gehören dazu. Sie schätzen besonders die Kombination aus Information und Kurzweil. Und auch Liane Wasserfuhr aus Rheinzabern und Begleitung begeistern sich sowohl für das Essen, als auch für das Konzept, dass sie als „Frauen für Frauen” verstehen. Dieses Jahr standen die Vorträge unter dem Motto „Medien”, aber auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie spielten eine Rolle.


Für ungläubiges und resigniertes Raunen im Publikum, sorgten die Zahlen, die Bauer während ihres Vortrags nannte, um den sogenannten „gender pay gap” zu illustrieren. Der englische Ausdruck bezieht sich darauf, dass Frauen immer noch wesentlich schlechter bezahlt werden, als Männer, die die gleiche Arbeit leisten. Humoriger ging es dagegen beim Kabarett zu, dass das Abendprogramm beschloss. Cordula und Reiner Möhringer von „Frau Knöpfle und ihre Herrenkapelle” boten gezielt solche Szenen dar, von denen sie wissen, dass sie besonders beim weiblichen Publikum ankommen.


Unabhängig gaben sich zuvor die geladenen Rednerinnen. Sowohl Bettina Sabath, Chefin der Sabath Media-Designagentur in Kandel, als auch Ute Scherzinger, Redakteurin bei „Marktplatz regional”, betonten, dass es möglich sei, eine Karriere und eine Familie zu haben. Wobei Scherzinger, die zudem Einblicke in ihren „Traumberuf” als Zeitungsredakteurin gab, darauf hinwies, dass beides nur mit Unterstützung möglich sei. Sie selbst erfuhr diese etwa dadurch, dass ihr Mann in Elternteilzeit ging. So konnte sie ihr Volontariat direkt nach der Geburt ihrer Tochter abschließen.


Mit Witz und Verve begeisterte Bettina Sabath die Gäste bei ihrem Vortrag über die Aufgabenfelder in einer Werbeagentur. Auch sie schafft es, Familie und Karriere erfolgreich zu vereinbaren. Dabei ging es in ihrer Präsentation nicht nur um ihre eigene Familie, sondern auch um das familiäre Verhältnis, das sie in ihrem Unternehmen etabliert hat. Für ihre „lebensphasenorientierte Personalpolitik” wurde die Werbeagentur bereits ausgezeichnet. Ganz angetan von diesem Konzept zeigte sich dann auch das Gros der Gäste. So Katharina Grundel aus Jockgrim etwa, die im Hinblick auf ihr eigenes Berufsleben resümiert: „Von sowas hab' ich geträumt!” Sich nicht träumen lassen hat sich Lisa Zwick, dass sie einmal Hatzenbühls dritte Tabakkönigin würde und berichtete von ihrem Wirken als „Hoheit”.


Eine Anforderung, die Initiatorin Jutta Bauer selbst an ihre Veranstaltung stellt, lautet: „Man muss sich wohl fühlen!” Dieses Mal sorgten nicht nur das Programm und das Buffet genau dafür, sondern auch einige Stände, die Öle, Deko-Artikel und Bio-Produkte anboten. Für die Feier im kommenden Jahr hat sich Bauer bereits Gedanken gemacht. Dann sollen „Landwirtschaft, Handel und Gewerbe” Thema sein.