Verbandsgemeinde Jockgrim
Hatzenbühl - Jockgrim - Neupotz - Rheinzabern

Antrittsrede von Karl Dieter Wünstel anlässlich seiner Ernennung zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Jockgrim

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde Jockgrim,


werte Ehrengäste, Ihnen allen auch von meiner Seite ein herzliches Willkommen. Ich bin ganz überwältigt von der Anteilnahme an unserer heutigen Verbandsgemeinderatssitzung. So viel Publikum haben wir selten. Die große Zahl, in der Sie heute hier sind, zeigt, dass Sie Anteil nehmen an der Kommunalpolitik in unserer Verbandsgemeinde. Allein das ist bereits Motivation für alles was da kommt.

Zunächst danke ich unserem Bürgermeister Uwe Schwind für die Einführung ins Amt. Herzlichen Dank auch unserem Landrat Dr. Fritz Brechtel, Marcus Schaile und Helmut Gurlin für ihre freundlichen Worte.

Mein größter Dank geht an Sie, meine Damen und Herren. An all' jene, die mich gewählt und mir damit ihr Vertrauen geschenkt haben. Dieser Vertrauensvorschuss ist mir Verpflichtung und Ansporn. Ich will in den kommenden 8 Jahren zeigen, dass Sie sich richtig entschieden haben. Das Amt des Bürgermeisters unserer Verbandsgemeinde zu übernehmen, ist mir eine große Ehre.

Ich bin angetreten mit dem Anspruch: „Zuhören. Anpacken. Mehr bewegen.“ Das war nicht nur so dahingesagt. Ich habe in den ersten Monaten des Jahres etwa 6.000 Haustürbesuche gemacht und viele Menschen und ihre Anliegen kennengelernt. Nicht zuletzt daraus resultieren einige Themen, die ich mit frischem Schwung angehen möchte.

In unserer schnelllebigen Zeit können sich Herausforderungen zügig ändern, und so manches kürzlich noch „heiße“ Thema ist schon fast wieder erledigt: Im Sommer habe ich als Kandidat noch für Breitband- und Mobilfunk-Ausbau argumentiert. Heute können wir uns hier schon über Erfolge freuen: Jockgrim wird aktuell – analog zur Vorgehensweise in Hatzenbühl – von der Telekom mit Glasfaser nahezu flächendeckend ausgebaut, der Mobilfunkausbau in Neupotz läuft ebenfalls. Hier liegt der Ball gerade wieder bei der Telekom und wir sind gespannt, wie die bisher positive Entwicklung weiter voranschreitet.

Haupthemen der Verbandsgemeinde sind die Feuerwehren, die Schulen, das Meldewesen und das Ordnungsamt, die Abwasserentsorgung und mittelbar auch die Trinkwasserversorgung. Natürlich gibt es hier eine Fülle an Aktivitäten und Projekten, die bereits laufen und weiter vorangebracht werden müssen: Vieles davon läuft in unserer Verbandsgemeinde in guten, geregelten Bahnen. Die guten Standards zu erhalten, bleibt oberstes Gebot.

Weiter geht es zum Beispiel mit der Kanalsanierung oder der Sanierung der Gebäude der Verbandsgemeinde. Da läuft schon einiges:   In Jockgrim wird zum Beispiel gerade der Anbau der Lina-Sommer-Grundschule saniert. Auch mit der IGS sind wir weit fortgeschritten – die Sanierung des Schulgebäudes ist abgeschlossen. Die Abrechnung der gesamten Maßnahme wird im kommenden Jahr fertiggestellt. Als nächstes steht dann die Entscheidung an, wie wir mit der IGS-Sporthalle verfahren.

Ein Thema, das mich aufgrund meiner bisherigen Tätigkeit umtreibt, ist der Ausbau der bürgerorientierten – der kundenorientierten – Verwaltung.

Was bedeutet denn dieses "Kundenorientierung"?   Fragen Sie sich, was es Ihnen bedeutet: Sie sind diese Kunden… Da kommen Ihnen bestimmt Begriffe in den Sinn, wie z.B. Schnelligkeit. Innovative Ideen. Verlässliche Terminaussagen. Zügige Abrechnungen. Vielleicht fallen Ihnen weitere Schlagworte ein – vielleicht kommen da noch mehr an Anforderungen auf uns zu…

Nicht dass Sie meinen: Unsere Verwaltung funktioniert. Wir haben qualifizierte und motivierte Mitarbeiter. Um aber auch für die Zukunft fit zu sein, sollten - und werden wir - unsere Prozesse analysieren und optimieren. Digitalisierung wird in Zukunft eine große Rolle spielen. Wir werden neue Wege gehen müssen, um noch besser und effizienter zu werden. Schneller und vielleicht auch kostengünstiger, ohne an Qualität einzubüßen. Und ganz bestimmt nicht auf Kosten der Mitarbeiter, sondern mit ihnen.

Zugegeben, ein hoch gestecktes Ziel. Dem können wir nur gemeinsam näherkommen. Ich möchte die Mitarbeiter der Verwaltung dafür gewinnen, dass wir das zusammen schaffen können. Und wie auf jedem neuen Weg kann es passieren, dass wir hier und da auch mal Lehrgeld bezahlen, umkehren und neu starten müssen. Aber mal ehrlich: Etwas zu lernen und besser zu werden, das ist das wert.

A propos Kosten / Geld: Ich bin mir sehr bewusst, dass wir alle Maßnahmen mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger – mit Ihrem Geld – bestreiten. Auch darin steckt eine Verpflichtung: Ich will nach Möglichkeit keine Schulden machen und stehe dafür, dass wir mit Ihrem Geld verantwortungsvoll umgehen.

Wir haben Ortsgemeinden, denen die ihnen aufgebürdeten Aufgaben bereits jetzt die Luft abdrücken. Die Verbandsgemeinde darf hier nicht auch noch ohne Not den Druck erhöhen. Ich stehe dafür, dass wir in Zukunft vor jeder Ausgabe, jede Investition – wie ein Unternehmer –einerseits daraufhin prüfen, mit welchen Folgekosten wir rechnen müssen und andererseits was sie uns letztlich bringt. Wer investiert, erwartet einen "Return on Invest". Der Unterschied zum Unternehmen ist bei uns allerdings, dass der Nutzen nicht immer monetärer Art sein muss.

Ich sehe es als meine Aufgabe, die Wirtschaft zu unterstützen. Jeder Arbeitsplatz, der bei uns entsteht, ist wichtig. Ein Arbeitsplatz bringt jemanden in Lohn und Brot. Hier vor Ort. Ohne langen Anfahrtsweg, ohne Stau auf der Rheinbrücke. Unsere Gemeinden sind auf Gewerbesteuer- und Einkommenssteueranteile angewiesen. Gründe genug, um Handwerk, Gewerbe, Tourismus und Gastronomie zu stärken.

Viele unterschiedliche Aufgaben in unserer VG werden von ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern und einer unvergleichlich lebendigen Vereinslandschaft übernommen. Hier gilt es, stärker als bisher Synergien zu finden und zu nutzen. In diesem Sinne ist mir auch die Förderung und Stärkung des Ehrenamtes ein wichtiges Anliegen.

Die Menschen werden älter. Das gönne ich uns. Das bedeutet aber auch, dass wir uns darauf einrichten müssen. Uns Gedanken machen – mehr noch als bisher – wie wir im Alter leben wollen und können. Es ist Zeit, die Weichen für ein als seniorengerechtes Wohnen zu stellen, nach Möglichkeiten zu suchen und diese tatkräftig umzusetzen, damit unsere Verbandsgemeinde in jedem Alter ein attraktiver Ort bleibt, an dem sich alle wohlfühlen. Hier sehe ich die Verwaltung als Ideengeber für die Ortsgemeinden und deren weitere Planungen.

Ich habe auch das Thema Bürgernähe forciert: Wie vor der Wahl angekündigt, werde ich im ersten Quartal eine Bürgersprechstunde in den Ortsgemeinden anbieten. Im weiteren Verlauf werden wir das Angebot entsprechend der Resonanz anpassen.

Lassen Sie mich noch kurz auf ein Thema eingehen, das über einen längeren Zeitraum alle anderen Themen in den Hintergrund hat treten lassen: Den Umgang mit Asylbewerbern.

Unsere Aufgabe ist es, uns um ihre Unterbringung zu kümmern, Wohnraum zur Verfügung zu stellen bzw. ihn erst einmal vorzuhalten.

Aktuell ist die Zahl der Asylbewerber auf unter 100 Menschen gesunken. Wir sind dabei, die Zahl der gemieteten Wohnungen zu reduzieren. Es gab keine Übergriffe oder schreckliche Ereignisse mit unseren Obdachlosen oder Asylbewerbern. Weil Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger diese Menschen toleriert haben. Weil sie fremdenfreundlich, offen und respektvoll reagiert haben und immer noch reagieren. Und weil unsere Paten – vor deren Engagement ich allergrößte Hochachtung habe – den Menschen zur Seite stehen, diesen Menschen die Grundlagen unserer Gesellschaft und unseres Umgangs miteinander erklären und vorleben, sie in der ersten Zeit begleiten und ihnen zur Seite stehen.

Auch hier zeigt sich, dass sich die Menschen in unseren Gemeinden durch großes soziales und ehrenamtliches Engagement auszeichnen. Meine Damen und Herren – das ist die Verbandsgemeinde Jockgrim: Hier lässt es sich gut leben. Und das soll so bleiben.


Zuhören. Anpacken. Mehr bewegen. Das will ich. Aber ich kann nur mit Ihnen zusammen erfolgreich sein.

Ich zähle auf Sie!

  • auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, die gut aufgestellt ist und dabei noch mehr Potential hat
  • auf die Ortgemeinden mit ihren Ortsbürgermeistern und Gemeinderäten;
    ein wesentlicher Auftrag der Verbandsgemeindeverwaltung ist es, Sie zu unterstützen. Ich will Ideengeber sein, und auch mal Antreiber, aber auch Unterstützer und Umsetzer.
  • auf die Fraktionen im Verbandsgemeinderat:
    Wir wollen alles das Gleiche: Unsere Verbandsgemeinde weiter nach vorne bringen.
  • Auf jede Einwohnerin und jeden Einwohner. Ich war nicht nur im Wahlkampf für Sie ansprechbar, sondern bin es gerne jetzt erst recht. Für ihre Fragen und Probleme, und sehr gerne für Ihre Ideen.


Und nun möchte ich damit enden, womit ich vorhin meine Ansprache angefangen habe: Ich möchte mich bedanken.

Zunächst bei meinem Vorgänger: Lieber Uwe Schwind – ich habe es bereits am Samstag beim Bürgerempfang zu Deinem Abschied von den Bürgerinnen und Bürgern gesagt und wiederhole es heute gerne – und spreche dabei bestimmt auch hier wieder für alle im Saal: Herzlichen Dank für Deine Arbeit der vergangenen Jahre und für alles, was Du durch Deinen Einsatz und Deine Erfahrung in den 16 Jahren deiner Amtszeit für unsere Verbandsgemeinde erreicht hast!


Dass ich jetzt hier stehe und künftig für unsere Verbandsgemeinde in verantwortlicher Position anpacken darf, dazu haben viele Menschen beigetragen.

Die Kandidatur, der Wahlkampf und auch die Zeit danach – das war und ist Teamarbeit. Und ich hatte und habe ein tolles Team. Das mir zur Seite stand und steht, mich berät und unterstützt. Mit dem ich über Aufgaben und Entscheidungen sprechen, Gedanken und Ideen – auch auf den ersten Blick verrückte Ideen – austauschen und diskutieren kann.

Einigen möchte ich an dieser Stelle nochmal besonders danken: Meinen Freunden und meinen Eltern,  dem Wahlkampfteam, meiner Agentur, der Königin der Formulierungen und dem weltbesten Digital-Copy-Shop, beide aus Jockgrim, den Begleitern bei der Haustürtour und an den Infoständen, den Plakatierern und Austrägern, all denen, die mir Mut gemacht haben von dieser Stelle aus ein herzliches Dankeschön.

Auch den Mitarbeitern der Verwaltung, die mich in der Zeit der Vertretung und auch jetzt vor der Amtsübernahme herzlich aufgenommen und stets unterstützt haben herzlichen Dank.

Dir, lieber Uwe, vielen Dank für einen fairen Wahlkampf. Ich bin froh, dass es uns – jedenfalls aus meiner Sicht – gelungen ist, mit der Situation – Bürgermeister und Stellvertreter einerseits, Konkurrenten im Wahlkampf andererseits – anständig umzugehen. Über diesen partnerschaftlichen Umgang war und bin ich sehr froh. Ebenso über den Umgang mit der Einarbeitung und internen Übergabe einzelner Projekte.

Bei zwei Menschen möchte ich mich noch besonders bedanken, weil die beiden wie eine Eins hinter mir standen: Lieber Max, lieber Piet, obwohl ich oft weg war, viele, viele Termine hatte, habt ihr beide nie an mir gezweifelt oder gejammert. Ihr habt immer an mich geglaubt. Ihr seid klasse!

Ich bin froh und dankbar, Euch beide und auch Sie alle an meiner Seite zu haben.


Vielen Dank.

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