Verbandsgemeinde Jockgrim
Hatzenbühl - Jockgrim - Neupotz - Rheinzabern

Videobotschaft des Bürgermeisters vom 29.03.2020

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

seit Wochen breitet sich das Corona-Virus auf der Welt aus. Unser Landkreis hat früh reagiert und per Allgemeinverfügung ziemlich stark in unseren Alltag eingegriffen. Plötzlich war vieles anders als vorher. Ziel der einschneidenden Maßnahmen war es, Kontakte und damit die Gefahr der Ansteckung so früh und so weit als möglich zu reduzieren. Es sollte Zeit gewonnen werden, um sich besser auf das vorzubereiten, was da noch alles auf uns zukommen könnte. Welch' dramatische Ausmaße eine flächendeckende Corona-Infektion annehmen kann, sehen wir aktuell in Italien, in Spanien oder bei unseren französischen Nachbarn, im Elsass.


Wir haben die gewonnene Zeit gut genutzt. Und das auf allen Ebenen. Der Landkreis hat die Notfallkapazitäten massiv hochgefahren. Von der Einrichtung des Notfallkrankenhauses, der Notarztstation, der Notpflegestation und der Infektambulanz haben Sie bestimmt gelesen oder gehört.
Die Einrichtung der Infektambulanz in Jockgrim und der Notarztstation in Rheinzabern geschah schnell und in enger Abstimmung mit den Ortsgemeinden und mit uns - der Verbandsgemeinde. Wir haben in der Verwaltung bereits am 16. März einen Einsatzstab eingerichtet, der die Koordination aller Maßnahmen innerhalb der Verbandsgemeinde übernommen hat. In enger Abstimmung mit den Ortsbürgermeistern haben wir uns zunächst auf die Organisation des öffentlichen Lebens konzentriert.
Nicht vermeidbar war es, dass öffentliche Einrichtungen vorerst geschlossen werden mussten, darunter die Kindertagesstätten und die Schulen. Aber auch Sportanlagen, Jugendtreffs, Büchereien, Museen, Bürgerhäuser und vieles Mehr, was unseren Alltag ausmacht und wo wir unsere Freizeit gerne verbringen.
Die Notbetreuungen an den geschlossenen Schulen und Kitas wurden eingerichtet. Außerdem der Verwaltungsbetrieb so umorganisiert, dass wir arbeitsfähig bleiben. Für Ihre Anliegen stehen auch in diesen Zeiten kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung. Persönliche Vorsprachen in der Verwaltung sind zurzeit zu Ihrem Schutz und zum Schutz der Beschäftigten allerdings nur in Notfällen möglich. Telefonisch und über Mail sind wir weiterhin für Sie da und finden auch für Ihr Anliegen eine Lösung.
Die Kommunikation, sei es zu ihnen persönlich als Bürgerinnen und Bürger oder zu den Gewerbebetrieben, musste umgestaltet werden. Das wöchentlich erscheinende Amtsblatt erwies sich als nur bedingt geeignet, um schnell aktuelle Informationen zur Lage, zu Vorsorgemaßnahmen oder Versorgungsmöglichkeiten zu übermitteln. Wir haben uns entschieden, als Dreh- und Angelpunkt unsere Homepage zu nutzen. Unter www.vg-jockgrim.de finden sie stets zeitnah und gebündelt alle unsere Informationen. Parallel haben wir einen Facebook-Auftritt gestaltet, der die wesentlichen Informationen auch in die sozialen Medien trägt. Ich lade Sie ein, der Verbandsgemeinde Jockgrim auch hier zu folgen und unsere Beiträge zu teilen.
In der vergangenen Woche haben wir gemeinsam mit Verantwortlichen in den Ortsgemeinden den Versorgungsdienst aufgebaut. Der steht Ihnen zur Verfügung, wenn Sie aktuell nicht in der Lage sind, die Dinge des täglichen Bedarfs selbst einzukaufen und Ihre Familie oder die Nachbarschaft nicht helfen kann. Auch wenn Sie zur Gruppe gefährdeter Personen zählen und Ihre Wohnung nicht verlassen sollten, werden Sie bei Bedarf unterstützt. Scheuen Sie sich nicht, uns zu kontaktieren. Wir vermitteln Ihr Anliegen weiter. Die Daten, wie Sie uns erreichen können, stehen im Amtsblatt.
Für die Verbandsgemeinde Jockgrim sehe ich uns vor Ort für die kommende Zeit der Krise angemessen aufgestellt. Wir nutzen die Zeit weiter, um zu informieren, zu optimieren und zu helfen, wo immer Hilfe gebraucht wird. Alleine könnten wir das nicht. Ohne die Menschen in den Läden und im Transportgewerbe, in den Arztpraxen, Apotheken und Kliniken, in den Hilfsorganisationen, ohne unsere Mitarbeiter auf Orts- und Verbandsgemeindeebene und ohne die fast 150 freiwilligen ehrenamtlichen Versorgungshelfer wäre das nicht zu leisten. Dafür allen, die sich einbringen, ganz herzlichen Dank.
Sich selbst gegen die Ausbreitung des Virus zu engagieren, ist letztlich nicht schwer. Sie kennen die Empfehlung: Waschen Sie sich oft die Hände. Halten Sie Abstand. Reduzieren Sie persönliche Kontakte auf ein Minimum. Ein Telefonat oder Videogespräch mit Familie und Freunden lässt uns die Verbindungen aufrechterhalten, ohne uns und andere einem Risiko auszusetzen.
Gerade jetzt, wo es endlich Frühling wird, fällt das Einhalten der Corona-Verordnung schwer. Jeder – vor allem natürlich die Kinder – wollen raus. Die Natur, der Garten ruft. Trotzdem und gerade deswegen - bitte halten Sie sich an die Vorgaben.
Ganz herzlichen Dank an dieser Stelle übrigens für Ihr Verständnis dafür, dass wir zum Schutz vor Ansteckung im ganzen Landkreis die Häckselplätze bis auf Weiteres geschlossen halten. Uns ist lieber, es liegt ein wenig Baum- oder Heckenschnitt in Ihrem Garten, als dass Sie sich anstecken.
Die Verordnung des Landes gilt zunächst bis zum 19. April. Lassen Sie uns gemeinsam durchhalten. Wir werden diese Krise meistern.

Achten Sie auf sich und andere. Halten Sie Abstand, bleiben Sie gesund.