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Ausgelassen und tiefgründig: Rosenmontagstreff 2024

Lustiges, Musikalisches, Tänzerisches und auch Nachdenkliches zum Zeitgeschehen standen beim Rosenmontagstreff in der Verbandsgemeindeverwaltung im Vordergrund. Über die Generationen hinweg ist Fasenacht in Hatzenbühl, Jockgrim, Neupotz und Rheinzabern geprägt durch die Nähe zum Rhein, der rheinische Karneval ist Bestandteil des Immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO Kommission e.V. Bürgermeister Karl Dieter Wünstel, selbst kein aktiver Fasenachter, war wie in jedem Jahr beeindruckt mit welcher Leidenschaft einerseits ausgelassen gefeiert wird und andererseits gesellschaftliche Entwicklungen kritisch hinterfragt werden: „Was in den Fastnachtsveranstaltungen auf ehrenamtlicher Basis trotz steigender Kosten und höherer Auflagen professionell auf die Beine gestellt wird verdient höchsten Respekt. Die Freude an der Gemeinschaft ist ein Ausdruck des Lebensgefühls und der Zusammengehörigkeit. Um das wertschätzen zu können, muss man kein aktiver Fasenachter sein.“, so Wünstel, den das klare Bekenntnis zur „bunten“ Fasenacht besonders freute.

„Mir Hatzebehler hän uns doch schun vermehrt“
Schon im letzten Jahr hatte Rebecca Großardt angekündigt, dass die Hatzenbühler faschingstechnisch auf dem Vormarsch sind. Es gab tolle Veranstaltungen und sogar eine neue Fastnachtsgruppe. Weil in „Hatzebehl die schäänschte Männer der Welt“ leben, war ein Männerballett, das beim Kinderfasching den Saal zum Toben brachte, schnell zusammengestellt. Zusätzlich gab es noch einen Hatzebehler Faschingsbutton.  Standesgemäß angereist ist die Hatzenbühler Faschingsabordnung mit dem Bus und Birchemäschder Karlheinz Henigin als Chauffeur. Fake-News gäbe es übrigens nicht nur in Amerika stellte die Rednerin mit Blick auf den kleinen „Flegel“ Elias an ihrer Seite augenzwinkernd fest. Der berichtigte keck die Falschmeldung des Berichts vom Vorjahr: „Du bisch nit mei Mama, du bisch mei Gedel.“

„Große Sprüch unn nix dahinner“
Das Duo Karl Heinz Schnorr und Peter Wünstel aus Hatzenbühl folgten der alten Tradition der Narren und nahmen Politik und Gesellschaft musikalisch auf die Schippe.

„Bunt sein in Gedanken, Worten und Taten – #BuntstattBraun“
André Westfeld, Sitzungspräsident der Jockgrimer Fasenacht wollte eigentlich mit einer flammenden Rede und zynischen Reimen unter dem Motto „Brandschutzauflagen bis es kracht, mir feiern trotzdem Fasenacht“ auf die zunehmenden Hürden bei der Organisation von Veranstaltungen hinweisen. Ein „brauner Haufen Mist“ buchstäblich vor der Haustür des Rathauses von Jockgrim habe ihn in eine andere Richtung gelenkt. Als einfacher Fasenachter war es ihm ein Anliegen darauf aufmerksam zu machen, dass braunes Gedankengut in unserer Gesellschaft keinen Platz haben darf. Gemeinsam eine Zukunft zu gestalten, in der jeder willkommen ist, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Überzeugungen sei ein wichtiges Ziel und dieses Ziel dürfe nicht aus den Augen verloren werden.

„Än jeder Jeck braucht irgendwann an Schäggeregeck“
Auch Betty Burk lies in ihrer Rede nachdenkliche Töne anklingen: „Es lief idd alles wunderbar. Die Welt esch nimmi, wie se war. Irchendwie hot mer das Gfiehl, es werde jetzt langsam bissl viel.“ Um die Geschehnisse zu verdauen und einmal abzuschalten, würde man auf die Fastnacht bauen und mit Humor dagegenhalten. Und das sei auch in diesem Jahr gut gelungen, denn man habe „getanzt, gelacht, gesungen“. Junge „Fasebutzen“ wurden rekrutiert. So manch einer wurde durch den Kakao gezogen, die einzigen Kanonen, die dort schießen seien aber nicht mit Munition, sondern mit Konfetti und Süßigkeiten gefüllt. Den „Schäggeregeck“ könne man für vieles benutzen beispielsweise als Stütze, wenn man zu viel getankt hat oder sich den „Haxe“ beim Tanzen verstaucht hat.

„Fasenacht ist bunt und nicht braun“
Jürgen Müller und die Rheinzammer Fasenachter haben das schönste mitgebracht, was die Rheinzammer Fasenacht zu bieten hat: das Prinzenpaar bestehend aus Prinzessin Saskia I und Prinz Silvio I, beides bekennende und aktive Fasenachter. Im letzten Jahr hatte Hofmarschall Christian Lauer einen Wimpel präsentiert, auf denen die drei Fasenachten aus Jockgrim, Neupotz und Rheinzabern präsentiert wurden. Nächstes Jahr versprach er eine Weiterentwicklung des Wimpels mit den Hatzebehler Fasenachtern.  In den Ursprüngen der Fasenacht habe sich das Volk hinter der Narrenmaske Gehör verschafft. Die Aufgabe der Fasenachter sei mit Blick auf die aktuellen Ereignisse wichtiger denn je. So kam das Statement „Fasenacht ist bunt und nicht braun“ zustande.