Bevölkerungs- und Medienarbeit in der Krise - Erstes Netzwerktreffen in der VG Jockgrim
Am 21.05.2026 fand in der Verbandsgemeindeverwaltung Jockgrim eine interkommunale Fachveranstaltung zur Bevölkerungs- und Medienarbeit in der Krise statt. 35 Vertreterinnen und Vertreter der Kreisverwaltungen Germersheim und Südliche Weinstraße sowie aus Verbandsgemeinden der Region nahmen teil. Die Veranstaltung wurde von der Verbandsgemeindeverwaltung Jockgrim inhaltlich vorbereitet und umgesetzt.
Das Landesbrand- und Katastrophenschutzgesetz verpflichtet die Landkreise, Verwaltungsstäbe für Krisen und Katastrophen einzurichten. Diese administrativ-organisatorischen Stäbe bearbeiten im Ernstfall alle verwaltungsrechtlichen Fragen – ein Aufbau, der viele Kommunen vor große Herausforderungen stellt und deshalb gemeinsam angegangen werden soll. Bei einem Treffen der Stabsverantwortlichen in den Landkreisen Germersheim und Südliche Weinstraße wurden die Bevölkerungs- und Medienarbeit (BuMa) im Krisenfall als ein Feld definiert, in dem die interkommunale Zusammenarbeit gesucht werden soll. Die Verbandsgemeindeverwaltung Jockgrim hatte sich bereit erklärt, hierfür die Koordination zu übernehmen.
„Ich bin fest davon überzeugt, dass die Veranstaltung ein wichtiger und notwendiger Schritt in die richtige Richtung ist. Wir wollen ein starkes, regionales Netzwerk aufbauen, das im Krisenfall schnell, abgestimmt und verständlich informiert. Nur wenn wir unsere Erfahrungen teilen, gemeinsame Standards setzen und uns über Verwaltungsgrenzen hinweg unterstützen, können wir den Menschen in unserer Region die Orientierung geben, die sie in Ausnahmesituationen dringend brauchen“, betonte Bürgermeister Karl Dieter Wünstel bei seiner Begrüßung.
Den Auftakt bildete ein Impulsreferat zur Bevölkerungs- und Medienarbeit (BuMa) im Krisenfall. In drei Arbeitsphasen wurden von den Teilnehmenden anschließend zentrale Themen bearbeitet. Es wurden die Hürden in der Krisenkommunikation gemeinsam diskutiert. Als besonders drängende Krisenszenarien wurden IT-Sicherheitsvorfälle sowie der Ausfall kritischer Infrastrukturen, beispielsweise durch Stromausfälle, benannt.
Zu den größten Herausforderungen in Krisensituationen zählen insbesondere hoher Zeitdruck und dynamische Entwicklungen, unsichere Informationslagen, Medien- und Öffentlichkeitsdruck sowie Desinformation und Gerüchtebildung. Darüber hinaus erschweren ein hoher Abstimmungsbedarf zwischen zahlreichen Akteuren, die emotionale Betroffenheit der Bevölkerung, mögliche Vertrauens- und Reputationsrisiken sowie der Erklärungsbedarf komplexer Sachverhalte die Kommunikation.
Deutlich wurde zudem der Wunsch nach stärkerer gegenseitiger Unterstützung vor, während und nach einer Krise. Im Vorfeld wurden regelmäßige Austauschformate, gemeinsame Übungen (z. B. zu IT-Vorfällen), der Aufbau eines belastbaren Ansprechpartner-Netzwerks, abgestimmte Kommunikationsvorlagen sowie einheitliche Standards und Alarmierungswege als wichtig erachtet. Während einer Krise stehen koordinierte Kommunikationswege, gemeinsame Kernbotschaften, ein geteiltes Lagebild sowie gegenseitige Unterstützung bei Überlastung im Fokus. Für die Zeit nach einer Krise wurde insbesondere eine gemeinsame Nachbereitung und der Austausch von Erfahrungen als wertvoll hervorgehoben, um aus Ereignissen zu lernen und Abläufe weiter zu verbessern.