Feuerwehr Neupotz feiert gleich vier bedeutende Meilensteine
Ein ganz besonderes Festwochenende liegt hinter der Feuerwehr Neupotz: Gemeinsam wurden das 150-jährige Bestehen der Feuerwehr Neupotz, 35 Jahre Jugendfeuerwehr, 10 Jahre Bambini-Feuerwehr sowie die Einweihung des sanierten und erweiterten Feuerwehrhauses gefeiert. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, um mitzufeiern und ihre Verbundenheit mit der Feuerwehr zu zeigen.
Das abwechslungsreiche Festprogramm bot viele Höhepunkte: musikalische Darbietungen zweier Bands, des Musikvereins Seerose und des Gesangvereins Frohsinn, das traditionelle Johannisfeuer, die Siegerehrung der Aktion „Stadtradeln“ im Landkreis Germersheim durch Landrat Martin Brandl und natürlich die Segnung und Übergabe des Feuerwehrhauses. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Abgerundet wurde das Fest durch die Übertragung des WM-Spiels Deutschland gegen Curaçao, das ausgesprochen positiv für unsere Nationalmannschaft ausging – ein gelungener Festabschluss.
Bei der feierlichen Einweihung des Feuerwehrhauses am Sonntag würdigten eine Reihe von Rednern die Arbeit der Feuerwehr Neupotz und betonten die große Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements sowie die Notwendigkeit, die Feuerwehren auch künftig nachhaltig zu unterstützen. Die Wehrführer drei freiwilligen Feuerwehren aus Hatzenbühl, Jockgrim und Rheinzabern überbrachten die Glückwünsche der Kameradinnen und Kameraden zusammen mit einem Geschenkkorb. Nach den Festreden erhielt das Feuerwehrhaus von Pfarrer Dr. Maximilian Brandt den kirchlichen Segen.
Jochen Gehrlein, Wehrführer der Feuerwehr Neupotz:
Zusammen mit seinen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden freut sich Jochen Gehrlein über das moderne, gut ausgestattete und sehr gelungene Gebäude. Wie knapp die Fertigstellung vor dem Fest erfolgt sei, zeigte ein Blick hinter die Kulissen: Dort, wo beim Fest die Bühne stand, sei wenige Tage zuvor noch geschottert gewesen. Erst montags sei asphaltiert worden – so kurzfristig, dass für den Bühnenaufbau zunächst Dielenbretter verlegt werden mussten, um in noch warmen Asphalt keine Abdrücke zu hinterlassen.
Offen sprach er auch die Herausforderungen während der Bauzeit an. Nicht alles habe reibungslos funktioniert, manches hätte besser laufen können, zugleich habe aber auch vieles sehr gut geklappt. Er dankte stellvertretend für alle Unternehmen, die am Projekt beteiligt waren der Firma Dörfler & Antoni für die Zimmermannsarbeiten, der Fa. AW Erd- und Pflasterbau für die Asphaltarbeiten sowie Elektro Betzer für die besondere Unterstützung bei der Technik.
Mit Blick auf die Geschichte der Nachwuchsarbeit freute er sich, dass unter den heutigen Aktiven Mitglieder der vor 35 Jahren gegründeten Jugendfeuerwehr sind. Bei der Bambini-Feuerwehr könne man inzwischen sehen, wie aus den Jüngsten über die Jugendfeuerwehr aktive Einsatzkräfte werden – das brauche eben alles Zeit.
Besonders arbeitsintensiv seien die parallelen Vorbereitungen zum Fest während der Umbauphase gewesen. Ein Festausschuss aus sechs Personen habe viel Zeit investiert. Mehr Aufwand als gedacht habe die Festzeitschrift verursacht, die die Geschichte der Feuerwehr Neupotz bis ins 16. Jahrhundert als die Feuerwehr noch Pflichtfeuerwehr war beleuchtet.
Viele Bausteine hätten zum Gelingen des Festes beigetragen: Bands, T-Shirts, Schoppengläser und zahlreiche organisatorische Details. Ein großer Dank galt den Sponsoren, ohne deren Unterstützung eine Finanzierung nicht möglich gewesen wäre. Ebenso wurden das Deko-Team, zahlreiche Helferinnen und Helfer sowie Vereine gewürdigt. Es sei nahezu unmöglich, alle Namen zu nennen.
Die große Unterstützung vor und während des Festwochenendes empfindet er als großen Zuspruch für die Feuerwehr.
Bürgermeister Karl Dieter Wünstel:
Auch wenn von allen Ereignissen gefühlt das Feuerwehrhaus im Vordergrund stand, gratulierte Bürgermeister Karl Dieter Wünstel zuerst dem Nachwuchs. In der Bambinifeuerwehr werden interessierte Kinder aus den vier Ortsgemeinden an die Feuerwehr herangeführt. Viele Kinder stünden mit leuchtenden Augen vor einem Feuerwehrauto – die Bambinifeuerwehr greife diese Begeisterung auf, befeuere sie und bereite damit den Weg in die Jugendfeuerwehr.
In den Jugendfeuerwehren seien die Jugendlichen bereits intensiv an Fahrzeugen und Gerät tätig, stets begleitet von engagierten Betreuern. Seit 35 Jahren gehörten Zeltlager, Berufsfeuerwehrbesuche, Feuerwehrtage, Wettkämpfe, viel Spaß – und auch mal Quatsch und Blödsinn – fest dazu. So entstehe Gemeinschaft, während gleichzeitig das Feuerwehrwesen erlernt werde.
150 Jahre lang sei in Neupotz immer jemand da gewesen: ausgebildet, eingeübt, engagiert und zunehmend besser ausgerüstet, um in unterschiedlichsten Lagen zu helfen. Freiwillig helfen bedeute bei der Feuerwehr, nachts aufzustehen, Familienfeste zu verlassen, Verantwortung zu übernehmen und sich ständig aus- und fortzubilden.
Dafür bedanke sich Wünstel bei jeder Feuerwehrkameradin, jedem Feuerwehrkameraden und auch bei den anderen Hilfsorganisationen – vor Ort in Neupotz besonders beim DRK.
Brandschutz und Hilfeleistung seien Pflichtaufgaben der Verbandsgemeinde. Man könne sie lediglich verwalten – oder mit Überzeugung, Respekt und echter Unterstützung erfüllen. Letzteres sei Anspruch der Verbandsgemeinde, weil klar sei, welchen Wert die Feuerwehren für unsere Gemeinschaft haben und dass hinter jedem Einsatz Menschen stünden, die Freizeit und Sicherheit zurückstellten, um anderen zu helfen.
Wer heute das moderne Feuerwehrhaus sehe, erkenne das Ergebnis eines langen Weges. Seit 2017 sei geplant, gerechnet und diskutiert worden – immer gemeinsam mit der Feuerwehr. Viele Abstimmungen, Überarbeitungen, die Entscheidung für die Photovoltaikanlage, der Umzug in die Auslagerungsstätte und die Bauphase insgesamt hätten sich gelohnt: Das Feuerwehrhaus sei grundlegend modernisiert und für die Zukunft gerüstet worden.
Mit den Gesamtkosten von rund 2,9 Millionen Euro sei der vorgesehene Rahmen eingehalten worden. Fördermittel von etwa 300.000 Euro seien in Aussicht gestellt. Die Investition sei kein Luxus, sondern eine Investition in Sicherheit, Ehrenamt und die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr Neupotz, so Wünstel.
Alexander Scharf, Wehrleiter der Feuerwehren der Verbandsgemeinde Jockgrim:
Im Namen der Feuerwehren der Verbandsgemeinde Jockgrim gratulierte Wehrleiter Alexander Scharf der Feuerwehr Neupotz zu ihren Jubiläen. Neben der Feuerwehr Rheinzabern habe nun bereits die zweite Wehr der Verbandsgemeinde die beeindruckende Marke von 150 Jahren erreicht – ein starkes Zeichen für gelebtes Ehrenamt, Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein in Gemeinde und Verbandsgemeinde. Mit der Einweihung des sanierten und erweiterten Feuerwehrhauses sei ein wichtiger Meilenstein erreicht worden. Moderne Rahmenbedingungen, fundierte Ausbildung, zeitgemäße Ausstattung und starker Zusammenhalt seien entscheidend, um den anspruchsvollen und vielfältigen Aufgaben gerecht zu werden – Eigenschaften, die die Feuerwehr Neupotz auszeichnen.
Hans-Georg Balthasar, Vorsitzender des Regional-Feuerwehrverbandes Vorderpfalz:
Hans-Georg Balthasar hob die besondere Bedeutung des Standortes Neupotz mit seiner Nähe zum Rhein hervor. Wasser sei in Neupotz ein prägendes Element und zugleich Symbol für Leben; diese Lebendigkeit spiegele sich in den vier gefeierten Ereignissen wider. Die drei Jubiläen und das sanierte Feuerwehrhaus zeigten, dass in Neupotz vieles richtig gemacht werde.
Zwar werde hauptamtliche Unterstützung bei der Feuerwehr wichtiger, doch ohne Ehrenamt funktioniere Feuerwehr nicht. Zuversichtlich blickte er auf die Zukunft des Ehrenamtes bei der Feuerwehr: Im neuen Koalitionsvertrag der Landesregierung würden Feuerwehren so stark gewürdigt wie nie zuvor, langjähriges Engagement solle künftig auch finanziell anerkannt werden – mit Zuwendungen zu Jubiläen nach 15, 25, 35, 45 und 50 Jahren. Die frühere Bambini-Feuerwehr sei inzwischen gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr als Kinder- und Jugendfeuerwehr organisiert.
Zum Abschluss überreichte er einen symbolischen Scheck, dazu eine Urkunde, ein Stück eines C-Schlauchs als Zeichen der Verbindung zwischen Wehren und Verbänden sowie eine Glocke mit historischem Bezug.
Christian Betzel, Brand- und Katastrophenschutzinspektor des Landkreis Germersheim:
Im Vorfeld hatte Christian Betzel sich die Frage gestellt, was wohl ein Gründungsmitglied der Feuerwehr denken würde, wenn es heute einen Blick auf die Feuerwehr Neupotz werfen könnte – fast wie in einem Science-Fiction-Film.
Statt einer einfachen Unterkunft gäbe es heute ein modernes Feuerwehrhaus. Anstelle von Pferdekutschen und Handspritzen stünden moderne Einsatzfahrzeuge bereit, und statt einfacher Leinenanzüge trügen die Einsatzkräfte moderne Hightech-Ausrüstung – vermutlich würde ein Gründungsmitglied seinen Augen kaum trauen.
Doch spätestens beim Blick in die Herzen der Feuerwehrkameradinnen und -kameraden würde es sich wieder heimisch fühlen, denn Leidenschaft, Herzblut und Einsatzbereitschaft seien geblieben. Die Kernaufgabe der Feuerwehr habe sich in 150 Jahren kaum verändert: Ob Technik, Kameradschaft oder Gemeinschaft – alle verbinde der Wunsch, anderen Menschen zu helfen.
Er betonte, dass Feuerwehrtechnik und Gebäude zwar angeschafft werden könnten, die Menschen dahinter jedoch unbezahlbar seien. Kinder- und Jugendfeuerwehr bildeten das Fundament der Zukunft. Zugleich sei ein Feuerwehrhaus weit mehr als eine Garage – es sei Heimat, Rückzugsort und Ausdruck von Wertschätzung für die Kameradinnen und Kameraden.
Dr. Thomas Gebhart, MdB:
Dr. Thomas Gebhart zeigte sich beeindruckt vom gelungenen Feuerwehrhaus, machte aber zugleich deutlich, dass ein Gebäude allein nichts wert sei ohne die Menschen, die sich darin engagieren. Der Einsatz in der freiwilligen Feuerwehr sei keineswegs selbstverständlich und verlange viel Zeit, Engagement und stetige Weiterbildung. Die Menschen in Neupotz könnten sich darauf verlassen: Wenn Hilfe gebraucht werde, sei die Feuerwehr da. Dieses Engagement könne gar nicht hoch genug geschätzt werden. Deshalb gelte an diesem Tag vor allem eines: ein herzliches Dankeschön an die Mannschaft der Feuerwehr Neupotz.
Florian Bellaire, MdL:
Florian Bellaire hob darauf ab, dass er gewissermaßen von Geburt an Nachbar der Feuerwehr sei, da sein Elternhaus direkt an das Feuerwehrgelände grenze. Auch er griff die stärkere Würdigung der Feuerwehr im Koalitionsvertrag auf und bezeichnete dies als wichtiges Zeichen der Anerkennung. Zugleich erinnerte er daran, wie tragisch die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal 2021 die Bedeutung des Brand- und Katastrophenschutzes verdeutlicht habe. Allerdings sei diese Wertschätzung auch unabhängig von solchen Ereignissen mehr als verdient.
Besonders hob er die Unterstützung der Bambini-Feuerwehren hervor, die künftig stärker gefördert werden sollen. Neupotz nehme hier bereits eine Vorreiterrolle ein und leiste großartige Arbeit. Über die Feuerwehr hinaus stärke dieses Engagement auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt – etwas, das heute wichtiger denn je sei.
Stefan Gehrlein, Ortsbürgermeister
Stellvertretend für die Bürgerinnen und Bürger von Neupotz sprach Ortsbürgermeister Stefan Gehrlein der Feuerwehr seinen herzlichen Dank aus. Hinter den beeindruckenden Zahlen stünden vor allem Menschen – Menschen, die viel Freizeit opferten und zuverlässig bereitstünden, wenn Hilfe benötigt werde. Sein Dank galt ausdrücklich auch den Familien, die dieses Engagement mittrügen und dadurch die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr überhaupt erst ermöglichten.
Mit der Ausbildung von Jugendlichen und Bambinis zeige die Feuerwehr Weitsicht und gebe zugleich Zuversicht, dass die Feuerwehr Neupotz auch künftig verlässlich für die Bevölkerung da sein werde. Mit der Investition in das Feuerwehrhaus seien hervorragende Arbeitsbedingungen geschaffen worden. Dafür sprach er auch dem Verbandsgemeinderat und dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Karl Dieter Wünstel seinen Dank aus, die diese Entscheidungen ermöglicht hätten.
Als Geschenk überreichte er einen besonderen Feuerlöscher, in dessen Inneren ein Präsent genutzt werden könne.
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