Verbandsgemeinde Jockgrim
Hatzenbühl - Jockgrim - Neupotz - Rheinzabern

Schließung des Versorgungszentrums für ukrainische Flüchtlinge in Rheinzabern

Vorne v.li.: Nicole Müller, Nelly Peters, Lena Hof
Hinten v.li.: Ingrid Schwab, Claudia Schmitt

Ein Team von ehrenamtlichen Frauen und Männern organisierte fast drei Monate lang ein Versorgungszentrum für ukrainische Flüchtlinge im Kleinen Kulturzentrum in Rheinzabern. Seit Ende Mai ist die Anlaufstelle für Hilfesuchende und für die unzähligen Spender von Kleidung, Hausrat und Lebensmitteln geschlossen, die Räume des Kulturzentrums sind leergeräumt und werden wieder für andere Zwecke genutzt.

Den Anstoß für das Einrichten der zentralen Anlaufstelle für die Verbandsgemeinde gab Nelly Peters. Die junge, russisch sprechende Frau wurde sehr schnell nach Ankunft der ersten Flüchtlinge gebeten, bei Verständigungsproblemen zu helfen. Sie konnte weitere Familienangehörige und Freunde aus Rheinzabern und aus Nachbarorten als Helfer gewinnen. Schließlich wurde daraus das „Team Herz“ mit einem harten Kern aus vier ehrenamtlich aktiven Frauen. Nelly Peters, Nicole Müller, Claudia Schmitt und Ingrid Schwab nahmen Spenden entgegen, sortierten alles nach Größen und Verwendungszweck, wie Geschirr, Elektrogeräte oder Spielsachen und Schulbedarf. Über die sozialen Medien informierte das Team beinahe täglich, was gerade dringend gebraucht wurde und über die aktuellen Öff-nungszeiten des Zentrums. Peters begleitete die Neuankömmlinge zu Behörden und Ärzten und unterstützte beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen sowie bei der Suche nach geeigneten Arbeitsstellen. Paten für diese Aufgaben wurden gesucht, Psychologen organisiert und regelmäßige Informationsabende veranstaltet.

Zum Schutz der Mitarbeitenden und Besucher wurden regelmäßig Corona-Tests durchgeführt. Dank der Initiative von Bürgermeister Karl Dieter Wünstel erhielt das Team die offizielle Erlaubnis zum Testen. Er war unglaublich froh, dass sich die Gruppe so stark ehrenamtlich engagierte, ein Einsatz, den er mit seinen Mitarbeitern nicht hätte leisten können.

Am Ende dieser aufwühlenden, anstrengenden, und „unglaublich erfüllenden Zeit“, so Nelly Peters, verabschiedete sich das Team Ende Mai mit einem Fest im katholischen Pfarrheim. Die Team-Chefin dankte allen, die an der großen Aufgabe mitgearbeitet haben: ihrem Team mit den Ehemännern im Hintergrund, den Mitarbeitern der Verwaltung, der Ortsgemeinde mit Ortsbürgermeisterin Alexandra Hirsch und vielen mehr. Viele Ukrainer hatten für den Nachmittag Spezialitäten aus ihrer Heimat gebacken und gekocht, um damit Danke für das Engagement und für die gewährte Hilfe zu sagen.

Alexandra Hirsch betonte, dass die Rheinzaberner Vereine und andere Nutzer des Kleinen Kulturzentrums großes Verständnis für die Belegung durch das Hilfszentrum hatten und deshalb gerne bei der Nutzung zurückstanden.

Klaus Hammer, Musiker und Liedermacher aus Neupotz, umrahmte das Fest mit einem ganz neu komponierten Lied „Ein unbekanntes Tal“, das er erst im März unter dem Eindruck der Bilder aus der Ukraine geschrieben hat. Mit einem Gebet, von einer Ukrainerin vorgetragen, baten die Flüchtlinge und die Helfer um Gottes Beistand in schweren Zeiten.

Ganz beendet ist die Arbeit des „Teams Herz“ jedoch nicht. So sollen einmal in der Woche, jeweils mittwochs, noch Meetings im Vereinsheim des SV Olympia angeboten werden. An diesen Abenden können dann offene Fragen beantwortet.

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