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Eigenvorsorge & Checklisten

Planung der Notvorsorge

Bei großflächigen Schadenslagen können die Rettungskräfte nicht überall gleichzeitig sein. Wer vorbereitet ist, kann sich selbst, Angehörigen und Nachbarn helfen, bis die staatliche Hilfe eintrifft und Schäden mit Schutzmaßnahmen reduzieren. Helfen Sie mit, Notsituationen gemeinschaftlich zu bewältigen, und sorgen Sie vor! 

Notgepäck

  • persönliche Medikamente
  • Erste-Hilfe-Material
  • batteriebetriebenes Radio, Reservebatterien
  • Dokumentenmappe
  • Verpflegung für 2 Tage in staubdichter Verpackung
  • Wasserflasche
  • Essgeschirr und -besteck
  • Dosenöffner und Taschenmesser
  • Taschenlampe, Reservebatterien
  • Schlafsack oder Decke
  • Kleidung für ein paar Tage, auch Wetterschutzbekleidung (siehe Abschnitt "Tipps für die richtige Kleidung")
  • Kopfbedeckung
  • Arbeitshandschuhe
  • Hygieneartikel (zum Beispiel Artikel für Monatshygiene, Windeln) für ein paar Tage
  • Schutzmaske, behelfsmäßiger Atemschutz (auch zum Schutz bei Gefahr durch radioaktive oder chemische Stoffe)
  • Fotoapparat (um gegebenenfalls nach Rückkehr Schäden dokumentieren zu können - falls Sie ein Handy mit Fotofunktion besitzen, ist dies ausreichend)
  • für Kinder: Brustbeutel oder eine SOS-Kapsel mit Namen, Geburtsdatum und Anschrift. SOS-Kapseln erhalten Sie in Kaufhäusern, Apotheken und Drogerien.

Tritt eine Situation ein, in der Sie Ihr Notgepäck benötigen, vergessen Sie nicht wichtige Dinge mitzunehmen, die Sie nicht vorbereitend packen können:

  • Personalausweis / Reisepass
  • Bargeld, Geldkarten
  • Gesundheitskarte der Krankenversicherung
  • Impfpass
  • Haustürschlüssel, ggf. Autoschlüssel
  • Handy / Smartphone falls vorhanden, damit Sie mit Angehörigen in Kontakt bleiben können

Essen und Trinken

Ein Lebensmittel- und Getränkevorrat ist etwas sehr Individuelles. Es gibt jedoch einige allgemeine Tipps, die bei der Zusammenstellung helfen können:

  • Wie viele Lebensmittel? Sie sollten sich für möglichst zehn Tage selbst versorgen können. Aber auch ein Vorrat für zumindest drei Tage hilft schon sehr. Darauf können Sie schrittweise aufbauen.
  • Wie viel Flüssigkeit? Ein Mensch kann unter Umständen drei Wochen ohne Nahrung auskommen, aber nur vier Tage ohne Flüssigkeit. Ein Getränkevorrat ist daher sehr wichtig, auch für den Fall, dass das Leitungswasser ausfällt. Ein erwachsener Mensch braucht mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag. Wenn man Kochen möchte, sollte man 0,5 Liter Wasser zusätzlich einplanen. Ein gewisser Anteil des Vorrats sollte daher auch aus (Mineral-)Wasser bestehen. Aber auch Fruchtsäfte oder andere Getränke können dazugerechnet werden.
  • Welches Essen? Reicht Ihnen vorübergehend eine einfache Versorgung oder ist Ihnen abwechslungsreiches Essen wichtig? Daran können Sie Menge und Vielseitigkeit Ihres Vorrats ausrichten. Eine Orientierung an dem alltäglichen Lebensmittelverbrauch kann helfen, um den eigenen Bedarf zu ermitteln. 
  • Haltbares Essen, das nicht gekühlt werden muss, hält länger, zum Beispiel wenn aufgrund eines Stromausfalls Kühlschrank und Gefriertruhe nicht mehr funktionieren.
  • Fertig es Essen, das nicht (mehr) gekocht werden muss, kann gut genutzt werden, wenn bei einem Stromausfall der Herd nicht mehr funktioniert.
  • Kurze Kochzeit: Essen, das mit wenig Energie gekocht werden kann, ist hilfreich, wenn Sie bei einem Stromausfall auf Gaskocher oder Grill ausweichen. So hält die wertvolle Energie länger.
  • Für wen ist der Vorrat? Gibt es Allergien oder Essgewohnheiten, zu denen Ihr Vorrat passen muss? Haben Sie Vorräte für (Klein-)Kinder oder Haustiere, die Sie in einem Notfall auch versorgen müssen?

Diese Lebensmittel eignen sich beispielsweise gut zur Bevorratung:

  • Trockenfrüchte
  • Obst/ Gemüse/ Fleisch/ Fisch in Konserven
  • Trockenfleisch oder –wurst
  • Nüsse
  • Zwieback
  • Müsliriegel

Alltagstipps für den Ernstfall

Das „ICE“-Prinzip für das Smartphone (In Case of Emergency)
Im Falle eines Unfalls greifen Rettungskräfte oft zum Smartphone von Betroffenen, um Angehörige zu informieren.

Tipp:
Speichern Sie wichtige Notfallkontakte im Telefonbuch unter dem Kürzel „ICE“ (z. B. ICE – Ehepartner oder ICE – Mutter) ab.

Der „Familien-Notfallplan“
Wenn eine Katastrophe (wie ein Hochwasser oder ein großer Brand) tagsüber eintritt, sind Familienmitglieder oft an verschiedenen Orten (Schule, Arbeit, Einkaufen).

Tipp:

  • Treffpunkt: Legen Sie einen markanten Ort fest, an dem man sich treffen kann, wenn Sie nicht nach Hause können.
  • Sammelstelle für Nachrichten: Bestimmen Sie einen Vertrauten außerhalb der Region, bei dem sich alle im Notfall telefonisch melden.

Eine kleine Bargeldreserve zu Hause
Bei einem Stromausfall (Blackout) funktionieren weder Geldautomaten noch die Kartenzahlung im Supermarkt oder an der Tankstelle.

Tipp:
Halten Sie eine kleine Bargeldreserve in kleineren Scheinen und Münzen zu Hause an einem sicheren Ort bereit. Eine Richtlinie ist hier ein Betrag, mit dem man die Familie etwa eine Woche lang mit dem Nötigsten versorgen kann.

Den „Haus-Technik-Check“ machen
Im Ernstfall (z. B. bei einem Wasserrohrbruch oder Gasgeruch) muss es schnell gehen. Oft wissen Familienmitglieder aber nicht, wie sie die Zufuhr stoppen können.

Tipp:
Jedes Familienmitglied (auch ältere Kinder) sollte auf folgenden Fragen die Antwort wissen:

  • Wo ist der Hauptwasserhahn?
  • Wo ist der Hauptgashahn?
  • Wo befindet sich der Sicherungskasten (FI-Schalter)?

Nachbarschaftshilfe im Vorfeld organisieren
Im Katastrophenschutz gilt: die unmittelbare Nachbarschaftshilfe ist sehr wichtig.

Tipp:
Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn. Wer im Haus oder in der Straße ist alt, gehbehindert oder lebt allein und braucht im Ernstfall (z. B. bei einer Evakuierung oder bei starker Hitze) Unterstützung? Wer hat vielleicht nützliche Ausrüstung (z. B. ein Notstromaggregat, handwerkliches Geschirr), die im Notfall geteilt werden kann?

Die "Notfall-Dokumentenmappe"
Bei einer Evakuierung (z. B. wegen eines Bombenfunds, Hochwassers oder Großbrands) bleiben oft nur wenige Minuten, um das Haus zu verlassen. 

Tipp:
Alle lebenswichtigen Dokumente gehören gesammelt in eine einzige, griffbereite und am besten eine wasserdichte Mappe (z. B. eine Dokumententasche).

Die 2-Wege-Informationsstrategie (Kurbelradio)
Wenn das Mobilfunknetz und das Internet ausfallen, herrscht oft Informationsnot. Gerüchte verbreiten sich, Panik kann entstehen.

Tipp:
Zur Grundausstattung jedes Haushalts gehört ein Kurbelradio (auch Solar- oder Batterieradio). Im Katastrophenfall senden die öffentlich-rechtlichen Sender behördliche Warnungen und Lageberichte über UKW/FM. Ein Kurbelradio funktioniert völlig unabhängig vom Stromnetz. Notieren Sie sich die Frequenzen der regionalen Sender (z. B. des SWR) vorab auf einem Zettel und legen Sie ihn zum Radio.

Wasserbevorratung: Hygiene nicht vergessen
Viele Menschen denken beim Notvorrat an Mineralwasser zum Trinken. Doch im Krisenfall (wenn kein Leitungswasser mehr fließt) wird auch Wasser für die Hygiene und das Kochen benötigt.

Tipp:
Die Faustregel des Bundesamtes (BBK) lautet: 2 Liter Wasser pro Person und Tag für mindestens 10 Tage. Davon sind 1,5 Liter zum Trinken und 0,5 Liter zum Kochen/für die Hygiene gedacht. Ergänzend sollten für die Toilettenspülung oder größere Reinigungsarbeiten im Keller oder Garten ein paar Kanister mit Brauchwasser (oder Regentonnenwasser) vorzuhalten.

Licht ohne Brandgefahr (Sicherheits-Beleuchtung)
Kerzen sind bei Stromausfall der Klassiker, bergen aber ein Brandrisiko – besonders, wenn im Stress oder in der Hektik einer Krise etwas umgestoßen wird. Die Feuerwehr ist im Ernstfall ohnehin überlastet.

Tipp:
Setzen Sie konsequent auf LED-Technik. LED-Campingleuchten, Stirnlampen (halten die Hände frei!) oder solarbetriebene Lichterketten sind extrem sparsam, spenden tagelang Licht und sind absolut brandsicher. Halten Sie einen Vorrat an passenden Batterien bereit.

Das "Inhouse-Zelt" gegen Kälte
Fällt im tiefsten Winter die Heizung durch einen Stromausfall aus, kühlen Wohnungen rasch aus.

Tipp:
Schaffen Sie eine "Wärme-Insel" in der Wohnung. Wählen Sie den kleinsten Raum, der sich am leichtesten beheizen lässt (z. B. durch Körperwärme).
Schlagen Sie im Wohnzimmer ein einfaches Camping-Zelt auf oder bauen Sie eine "Höhle" aus Decken über einem Tisch. Die Luft im Inneren erwärmt sich durch die reine Körperwärme der darin sitzenden Personen erstaunlich schnell und hält die Wärme viel besser als der gesamte Raum.

Der "Trockenlauf" (Der 24-Stunden-Selbsttest)
Die beste Vorbereitung nützt nichts, wenn man im Ernstfall nicht weiß, ob die Ausrüstung funktioniert oder wo sie liegt.

Tipp:
Machen Sie einen spielerischen Selbsttest. Bei einem solchen Test merkt man, ob der Dosenöffner auffindbar ist, ob das Kurbelradio funktioniert, wie man ohne Strom kocht (z. B. mit dem Campingkocher auf dem Balkon) und wo im Haus noch Ausrüstungslücken vorhanden sind.


Quelle und weitere Informationen:
https://www.bbk.bund.de