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Mit viel Mut und jeder Menge Spaß in die digitale Welt:
Die Digital-Botschafter*innen feiern ihr 3-jähriges Bestehen in der VHS Jockgrim

Kaffeeduft und das Stimmengewirr fröhlicher Menschen erfüllen den Raum – von Computern, Handys und Apps ist an diesem Mittwochnachmittag, dem 16.09.2026, bei den Digital-Botschafter*innen erst mal wenig zu sehen. Kein Wunder, denn diese bunte Gemeinschaft verbindet längst nicht mehr nur die Frage, wie kompliziert denn das Passwort für die nächste App mal wieder sein muss. Man kennt sich, man lacht zusammen, man ist füreinander da.

Für Annette Greve und Matthias Ihns, Digital-Botschafterin und -Botschafter seit der ersten Stunde, sind die „DiBos“ eine Herzensangelegenheit. Bei ihrer Begrüßungsrede freut sich Annette Greve daher sehr über den Erfolg des Projekts. Sie dankt den vielen Unterstützern - von den fleißigen Bäckerinnen und Bäckern der leckeren Kuchen bis zu den vielen Gästen, die so zahlreich das Angebot in den offenen Sprechstunden nutzen. Ganz besonders schätze sie die Unterstützung von Ortsbürgermeister German Guttenbacher und dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Karl Dieter Wünstel, die das Projekt seit Jahren in der Verbandsgemeinde fördern. Bürgermeister Wünstel wiederum ist immer wieder begeistert vom Engagement der Gruppe: „Wir sind sehr glücklich, die Digital-Botschafterinnen und -Botschafter seit drei Jahren hier in der VHS in Jockgrim zu haben. Sie sind eine Anlaufstelle für alle, die Fragen rund um die digitale Welt haben. Und um Hilfe zu bitten, ist alles andere als ehrenrührig. Es braucht Mut, zu sagen: ‚Ich kann das nicht. Ich brauche Hilfe.‘ Und die gleichbleibend hohe Nachfrage zeigt mir, dass hier sehr viele mutige Menschen sitzen.“

Einen besonderen Dank richtete Karl Dieter Wünstel an Helga Schwab, eine der Digital-Botschafterinnen, die von Anfang an den Weg für das Projekt geebnet hat. Ihre digitale Reise begann schon, als die meisten noch überlegten, wofür man einen Computer überhaupt braucht: Bereits 1994 engagierte sie sich als Schulleiterin der Grundschule Hatzenbühl für die Digitalisierung. Kurzerhand organisierte eine politische Jugendorganisation Geld, um vier Computer im Schulhaus aufzustellen. Die Lese- und Rechenprogramme darauf waren bei den Schulkindern der absolute Renner. Im Jahr 2000 kam der Internetanschluss und mit Unterstützung der Firma Daimler wuchs der Computerraum auf 16 Rechner an. Nur wenige Jahre später gab Helga Schwab bereits VHS-Kurse in den Rathäusern von Hatzenbühl und Rheinzabern. Die damaligen Bürgermeister Gerhard Beil aus Rheinzabern und Karl-Heinz Henigin aus Hatzenbühl unterstützten sie bei allen Belangen rund um die Computer. Als im März 2020 Corona und der Lockdown kamen, wurde Helga Schwab mit ihren VHS-Gruppen erfinderisch: Über Skype verbanden sich alle Kursteilnehmer von zu Hause aus und lernten einfach weiter. „Das Lernen war wie ein Kochrezept“, erzählt die damalige Teilnehmerin Edith Wünstel lachend: „Erst machten alle das, dann das und dann das als Nächstes.“

Was bis heute auffällt und anhält: Helga Schwab brennt für das Thema Neue Technologien. Diese Neugier war ihr Motor. Dabei half ihr vor allem Horst Sievert, ihr Mentor für Fortbildungen. Gab es etwas Neues in der digitalen Welt, fuhr sie hoch nach Kiel und lernte es dort. Dieses Engagement sollte belohnt werden: 2007 wurde ihre Webseite „Wie geht das nur?“, ein praktisches Nachschlagewerk für ältere Menschen, das sie mit WordPress erstellt hatte, in Berlin mit einem Preis im Wert von 1000 Euro ausgezeichnet.

Im September 2023 wurde das Projekt „Digital-Botschafter*innen“ in Jockgrim ins Leben gerufen. Mit der Unterstützung des Digitalisierungsbeauftragten der VG Jockgrim Simon Sterbenk und der damaligen Ortsbürgermeisterin  von Jockgrim Sabine Baumann, wagten damals Helga Schwab, Annette Greve, Martin Ferch, Torsten Stuhlik, Dieter Scherrer und Matthias Ihns die ersten gemeinsamen Schritte. Seitdem entwickeln sich die Digital-Botschafter*innen immer weiter. So hat sich Matthias Ihns als Coach für die elektronische Patientenakte ausbilden lassen, Martin Ferch wird ihm in ein paar Wochen als zweiter Coach folgen.

Helga Schwabs Blick zurück auf drei erfolgreiche Jahre ist erfüllt von Stolz und einem Augenzwinkern: „Es wird ein bisschen schwerer, am Ball zu bleiben, wir werden ja nicht jünger. Aber es macht so viel Spaß, wir bleiben auf jeden Fall dabei.“

Noch ein kleiner Veranstaltungstipp, organisiert von den Digital-Botschafter*innen: Am 16. November finden im Bürgerhaus Vorträge zum Thema „Kriminalität im Alltag“ statt. Es wird dazu Beiträge vom Polizeipräsidium Rheinpfalz und der Polizeiinspektion Wörth sowie Beiträge von der Sparkasse Südpfalz und der VR Bank Südpfalz geben. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.